Eine Wintertaufe und andere weihnachtliche Erzählungen
60 Seiten, Hardcover.
In der Weihnachtszeit geschehen die merkwürdigsten Dinge, das war schon immer so. Diese Kurzgeschichten nehmen die Leser mit auf eine Reise durch Zeit und Raum, wo sie Seltsames erleben und doch am Ende mit beiden Füßen und einem Schimmer von Hoffnung auf der Erde stehen.
Die Hoffnung, ein vages Glücksgefühl wiederzufinden, ist oft mit Weihnachten verbunden. Was war das noch, das einst in der Kindheit die Seele verzauberte? Ein Lied, eine erzählende Stimme, eine Anspannung, ein Geruch? Die Geste des Schenkens allein deutet an, wie groß der Wunsch ist, alles wieder gut zu machen. Wie wenig Wert allerdings dabei das Materielle besitzt, lesen wir in „Zahngold“. Die Besinnung auf den Tod, der gleichzeitig Leben schenkt, findet in „Der Retter“ statt. Und das „Echte“, das was richtig Weihnachten war, geschah das wirklich nur früher, wie in der Nachkriegszeit als es wieder einmal um „Die Entstehung des Lebens“ ging? Oder etwa in noch früheren Zeiten, als ein Holzschnitzer namens Jacob Kremberg mit seinen Figuren Schaffen und Schöpfung auf einen Nenner brachte? „Eine Wintertaufe“ war das damals. Muss denn die Suche nach Sinn und Ziel wirklich so schwer sein? Das erfahren wir bereits am „23. Dezember“, wenn wir den Weihnachtsbaum holen.
Der Autor Axel Thormählen ist 1945 in Nordenham geboren. Er lernte den Buchhändlerberuf in Brake und zog bereits 1969 nach Südschweden. Seine ersten beiden Romane Hanky und Hanna sind beim Merlin-Verlag erschienen. Seine Erzählungen wurden größtenteils in schwedischer Übersetzung gedruckt, 2008 jedoch erschien eine Sammlung von Geschichten Englisch/Deutsch in den U.S.A. (Les Figues Press, Los Angeles) unter dem Titel A Happy Man and Other Stories/Der Glückliche und andere Erzählungen. „Zahngold“ gibt es im JMB-Verlag auch als Sonderdruck. Im gleichen Verlag ist 2009 Thormählens satirischer Thriller Wenn Wörter töten könnten neu aufgelegt worden.
Auszug aus der Rezension aus der NWZ:
Weihnachtswunder wird wahr
Axel Thormählen hat bei Lesung ein Heimspiel
von Evelyn Eischeid
„Eigentlich ist es ja ein bisschen zu früh für weihnachtliche Geschichten“, zögert der Autor an diesem Septemberabend in der Buchhandlung Gollenstede. „Macht nichts“, legitimiert ein Gast aus dem Publikum den Zeitpunkt, „in den Supermärkten gibt’s ja auch schon Lebkuchen.“
Also eröffnet Schriftsteller Axel Thormählen, der in Brake seine Jugend verbrachte, „ganz offiziell das Weihnachtsgeschäft“ und liest aus seinem neuen Band „Eine Wintertaufe und andere weihnachtliche Erzählungen“.
Für Thormählen, der 1969 nach Südschweden zog, aber immer noch enge Kontakte zu Brake hat, wird es ein Heimspiel. Man kennt sich aus den alten Braker Zeiten, und das führt natürlich zu vielen privaten Dialogen zwischen Autor und Gästen: über die gute Stube, die nur am Sonntag und zu Feiertagen beheizt wurde, über Wohnungsnot und Flüchtlingsprobleme, über eine Kindheit, die, so Thormählen, trotz finanzieller Einschränkungen schön war.
In seiner Erzählung „Die Entstehung des Lebens“ erinnert Thormählen an einen Heiligen Abend nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Die Mutter hofft auf ein Weihnachtswunder. Warum soll Vater Wilhelm nicht gerade an diesem Heiligen Abend aus der Kriegsgefangenschaft heimkehren? Mutter Margarethe verliert sind in ganz persönlichen Betrachtungen über vergangene Ereignisse – und in der Hoffnung, dass der Ehemann in dem für diesen Abend angekündigten Waggon der Kriegsgefangenen dabei ist. Es rumort im Haus, vor der Tür steht der Vater, abgemagert und in zerschlissener Kleidung. Thormählen: „Das Rasseln der Türkette klingt noch immer in meinen Ohren. Und ich denke immer daran, wenn mal wieder eine Tür geschlossen wird und eine andere sich öffnet.“